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Werner Gratzer in Germaringen

Lehrerfortbildung

„Mit Unterrichtsstörungen und Aggressionen umgehen““, war eine Fortbildungsveranstaltung für die Lehrkräfte des Schulverbandes Germaringen. Als Referent konnte Werner Gratzer aus Regensburg gewonnen werden. Er ist Leiter einer Hauptschule, Lehrbeauftragter an der Universität Regensburg und „nebenbei“ auch Vater und konnte deshalb in seinem Vortrag auf einen reichen praktischen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Elternabend

Für den Abend  hatte der Schulverband zu einem Elternabend nach Germaringen  eingeladen. Erfreulich viele Eltern und Lehrkräfte zeigten mit ihrem Kommen das Interesse für das Thema „Eltern und Lehrer ziehen gemeinsam an einem Strang“. Wiederum war es Werner Gratzer, der anhand zahlreicher Beispiele aus dem Leben in teilweise humorvoller Art Tipps gab und auch Lob verteilte.

 

gratzer und kreuzer home

Lehrerfortbildung Fortsetzung

Angesichts der rund 33 000 Unterrichtsstunden, die ein Lehrer vor der Klasse steht, können Unterrichtsstörungen und Aggressionen viel Kraft kosten. Eine Untersuchung ergab, dass 40 % der Energie für den Unterricht durch Störungen verbraucht wird. In einer unterhaltsamen Art referierte Herr Gratzer über Möglichkeiten diese Störungen effektiv zu nutzen und sofort einzudämmen. Sein Leitwort „Störungen haben Vorrang“, hörte man an diesem Nachmittag öfters. Störungen im Unterricht sollten unmittelbar und klar angegangen werden und eine deutliche ichbezogene Botschaft enthalten.

Elternabend Fortsetzung

Zusammenhalt, Demokratie, Lachen, Vertrauen, Rücksichtnahme und das miteinander Sprechen seien grundlegende Voraussetzungen in einer Familie, wobei es allerdings die perfekte Familie sicher nicht geben wird. Eltern sollten sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein. „Geh ans Telefon und sag, ich bin nicht da“, und das unerlaubte Parken auf dem Behindertenparkplatz sind sicher keine schlimmen Vergehen, stellen aber in der Summe einen prägenden Faktor für das Kind dar. Eine intakte Familie sei die beste Voraussetzung, um bei Kindern der Aggressivität vorzubeugen. „Broken families, broken dreams, broken hearts, broken windows“ ist die verhängnisvolle Reihenfolge. Gewalt habe es immer schon gegeben, aber früher habe man aufgehört, wenn der Schwächere aufgegeben hat. Große Schuld an dieser Verrohung hätten die Medien, wobei der Einfluss durch Handys nicht unterschätzt werden dürfe. Zunehmend befänden sich auch Waffen verschiedenster Art, wie Reizgas und Springmesser, in der Hand von Kindern. Gratzer hatte Beispiele dafür mitgebracht. Kindern müsse man Grenzen aufzeigen. Respekt vor Eltern und Lehrern sei wichtig, wobei nicht Angst damit gemeint sei. Man solle auf „Schatzsuche“ sein und die guten Seiten der Kinder herausstellen, die eben keine kleinen Erwachsenen seien. „An einem Strang ziehen“, war die wiederholte Forderung von Werner Gratzer, die er an Eltern und Lehrer richtete. Es gelte, berechenbar zu sein, miteinander im Gespräch zu bleiben und nach Möglichkeit Humor zu zeigen. Einen wichtigen Stellenwert für die Formung der Persönlichkeit räumte er dem Sport ein, möglichst von einem befähigten Übungsleiter betreut.