Wenn die Augen nicht richtig greifen
Heike Nill, staatliche geprüfte Augenoptiker-Meisterin und Funktional-Optometristin berichtete beim Informationsabend an unserer Mittelschule Germaringen aus ihrer langjährigen Praxis und gab wertvolle Tipps an die zahlreich erscheinenden Eltern über das rechtzeitig Erkennen und Behandeln von Sehstörungen.

Kinderoptometrie
Lesen ist der Hauptlieferant von Wissen. Defizite in der Sehentwicklung können deshalb massive Lese- und Lern- Probleme bei Ihrem Kind erzeugen.
Bei den meisten Reihen-Sehtests wird nur die Sehschärfe der Einzelaugen bewertet, funktionelle Störungen im Zusammenspiel beider Augen bleiben oftmals unerkannt. Wenn die Augen nicht richtig „greifen“, ist auch das „Begreifen“ schwer.
Folgende Auffälligkeiten können die Folge sein:
In der Schule:
Lese- und Schreibprobleme, Kopfschiefhalten, Schiefsitzen, kurzer Leseabstand, Abdecken eines Auges mit der Hand, seitliches Verschieben des Textes vor einem Auge, Buchstaben verwechseln (d+b, p+q, n+u), weglassen oder dazu erfinden, Konzentrationsschwierigkeiten, Lernunlust, geringe Belastbarkeit und ähnliches mehr. Oft besteht auch eine auffällige Zappligkeit (Hypermotorik).
Körperbeherrschung:
Schlechte Feinmotorik (z.B. beim Ausmalen, Ausschneiden), ungeschickte Grobmotorik (z.B. beim Ballspielen, Radfahren, Treppensteigen, häufiges Anstoßen, Gleichgewichtsprobleme).
Anstrengungszeichen:
Kopfschmerzen (in den ersten vier Lebensjahren eher Bauchschmerzen), Augenbrennen und Blinzeln, Schwindel, Übelkeit.
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